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Čapek sah voraus, dass eine technogene Gesellschaft ihre Umwelt zerstören würde, sagt die Münchner Philologin Svetlana Efimova

Svetlana Efimova ist Professorin der Slavistik in Deutschland und beweist in unserem Interview, dass sie Karel Čapek bis ins kleinste Detail gelesen hat. Sie hat viele ihrer Studenten an der Universität München für tschechische Literatur begeistert und sogar ihren 14-jährigen Neffen, der sonst ein Fan von Science-Fiction-Literatur ist, dazu gebracht, Der Krieg mit den Molchen zu lesen. In unserem Interview reflektiert sie, warum Čapek immer noch relevant ist und warum die tschechische Literatur in ihrer Breite und ihren globalen Errungenschaften für sie die europäische Literatur im wahrsten Sinne symbolisiert.
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David Mareček: Von der Majestät bin ich immer überwältigt. Der Direktor der Tschechischen Philharmonie blickt auf die Geschichte des Nationalorchesters zurück

Es hat keinen Sinn zu wiederholen, dass letztes Jahr alles anders war. Wichtig ist, dass in der 125. Jubiläumssaison die Tschechische Philharmonie trotz aller Hürden zu hören und zu sehen war, und zwar in der höchsten professionellen sowie technischen Qualität. Die Liebhaber*innen der klassischen Musik mussten auf die wundervollen Auftritte des Nationalorchesters auch deswegen nicht verzichten, weil man dem Generaldirektor David Mareček in Berlin entgegengekommen ist und ihm geholfen hat, ein digitales TV-Studio (Digital Concert Hall) zu errichten.
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Geschichtlicher Rückblick: Einst wurden in Tschechien exzellente deutsche Tageszeitungen herausgegeben. Heutzutage gibt es für Deutsche in ihrer Muttersprache kaum etwas zum Lesen

In Tschechien leben rund 40 000 Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist. Ungefähr eine Hälfte davon sind Nachkommen von Deutschen, welche nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vertrieben worden sind. Bei der zweiten Hälfte handelt es sich um diejenigen, die nach Tschechien aus der Bundesrepublik gekommen sind. So viele Menschen hätten doch eine gedruckte Tageszeitung verdient, denken Sie nicht? Sie haben keine. Die Herausgabe der Prager Zeitung wurde im Dezember 2016 beendet. Der letzte Mohikaner der berühmten Geschichte von deutschen Zeitungen in Tschechien ist die Monatszeitschrift LandesEcho. Die deutsche Sprache ist aus Tschechien ähnlich wie das Grundwasser verschwunden. Und da haben wir uns so viele Jahrhunderte vor der Germanisierung gefürchtet! Tauchen wir für eine Weile in die Geschichte ein, die noch nicht so lange her ist.
Berlínská demobstrace na vodě
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Wir in Berlin haben den Covid wissenschaftlich bekämpft. Und wir landeten genau wie Prag

Ahoj, jak se máš. Wir sind ein Berliner Möbel- und Requisitenfundus für Film, Werbung und Events, wobei „Event“ als Begriff seit über einem Jahr kaum mehr gebräuchlich ist, weil keine Events mehr stattfinden, zumindest nicht physisch. Man versucht im Gegenteil seit dem 24.04. in Berlin ab 22:00h die Urform des Events, die bloße menschliche Begegnung, durch eine Ausgangsperre zu verunmöglichen, das gab es zuletzt 1953 beim Arbeiteraufstand in Berlin unter sowjetischer Besatzung.
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Lebendige Kultur in Tschechien und in Deutschland: Wie verlief die Debatte über den großzügigen Staat und die hungrigen KünstlerInnen

Am Donnerstag, den 25. März fand unter der Schirmherrschaft vom Internationalen Dokumentarfilmfestival ELBE DOCK eine Online-Debatte mit dem Thema Lebendige Kultur in Tschechien und in Deutschland statt. An dieser Debatte nahmen Expertinnen und Experten sowie KünstlerInnen teil, die sich auf Kulturspezifika beider Länder und ihr gegenseitiges Funktionieren konzentrierten. Das vergangene Jahr zeigte nämlich, was passiert, wenn die komplizierte Wirtschaft der Künstlerwelt auf den Kopf gestellt wird. Von Galerien, Museen, Theatern, Kinos, Clubs und anderen Kulturzentren, die um den Großteil ihrer Gewinne kommen, bis hin zu Künstlerinnen und Künstlern, welche ihren Beruf ändern mussten, damit sie die Miete zahlen können. Wie setzten sich die deutsche und die tschechische Kultur mit der Pandemie auseinander? Und was erwartet sie in der Zukunft?
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Musikalische Auszeit in Tansania

John Magufuli, Präsident Tansania, liess u.a. eine Papaya auf Corona testen. Positiv. So das der Ergebnis. “Sollen wir jetzt alle Papayas im Land testen und in Quarantäne isolieren?” fragte der Präsident provokant. Fortan testet man nicht mehr und beendet damit die Pandemie. Nichtsdestotrotz erhielt er jetzt von der EU 27 Mio Euro, um strenge Abriegelungen, Masken und Massenimpfungen durchzusetzen. Er nahm das Geld dankend an und erklärte daraufhin Tansania für Corona-Frei. Die Bevölkerung schmunzelt und lebt ihr Leben ohne Corona, Masken und schlechten Nachrichten. Und was ist besser als dies mit Musik und Tanz zu geniessen?
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Impfstoff und Gerechtigkeit – mit Karel Čapek

Eine Infektion ist in China entstanden, wurde in einem Pekinger Spital entdeckt und breitet sich als Pandemie auf der ganzen Welt aus. Anstecken kann man sich unter anderem durch Händeschütteln, wobei die tödliche Krankheit nur Menschen ab 45-50 Jahren trifft. Weder Reichtum noch Macht können vor einer Infektion schützen, und Millionen Erkrankte sind bereits an ihr gestorben. Diese Geschichte klingt zwar vertraut, stammt aber nicht aus dem Corona-Jahr 2020, sondern wurde vom tschechischen Schriftsteller Karel Čapek vor mehr als achtzig Jahren erfunden.
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Gesundheitszentrum Park Igls

„Mein aufrichtiges Beileid“ …sprach mir ein Freund aus, als er erfuhr, dass ich zum Fasten fahre. Diese sicherlich ehrlich gemeinte Anteilnahme rief bei mir innerlich nur ein Lächeln hervor.
Jindra, Karel, Pavel
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Dialog mit der Zeit

Der Kunstfotograf Pavel Baňka und die Bildhauerin Jindra Viková haben einen ungewöhnlich „gewöhnlichen“ Weg durch ein gemeinsames Leben aufgezeichnet. Die sich gegenseitig inspirierenden Partner führen einen Dialog miteinander und mit der Zeit. Ihre Interaktion illustriert die für die Galerie U Betlémské kaple vorbereitete große retrospektive Ausstellung Dialog mit der Zeit sowie der bereits erschienene gleichnamige Katalog.
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Wie sehen wir das?

Kateřina Černá, Chefredakteurin Mein Lebensort hat sich auf Zeit geändert. Ich habe die Großstadt gegen ein Haus am Wald eingetauscht. Ich arbeite weiter intensiv, wie ich es gewohnt bin, aber näher bei den Eltern, Kindern…