Martin Nekola: Flüchtling ist in unserem Land ein Schimpfwort, dabei sind die Tschechen überall verstreut
Das Wort “Flüchtling”, “Migrant”, “Einwanderer” ist im allgemeinen Bewusstsein in Tschechien mit pejorativen Assoziationen verbunden – ja es ist fast ein Schimpfwort. Der Politikwissenschaftler und Historiker Martin Nekola weist in diesem Kontext darauf hin, dass in bestimmten Momenten in der Vergangenheit auch die Tschechen die Republik verlassen und sich ins Ungewisse begeben mussten, wo sie in Flüchtlingslagern unterkamen, und er erinnert daran, dass auch sie jenseits der Grenzen oft unerwünscht waren. “Es ist eine nicht endende Geschichte. Die Tschechen waren überall verstreut, so dass ich für immer Bücher und Artikel schreiben und in Archiven recherchieren kann”, konstatierte Nekola, der im September in Amerika war, dort zwanzig Städte besuchte, Vorträge hielt und Landsleute traf, im Interview für N&N.
