🇨🇿 Tento článek si můžete přečíst i v češtině: Jak dělat kariéru ve světě financí (jenom) na 100 %? Jan Hamr o tom ví své
Die deutsche OVB war das erste Unternehmen, das die Finanzberatung in Tschechien eingeführt hat. Sie haben bei OVB im Alter von Zwanzig Jahren angefangen. Warum haben Sie sich damals gerade für eine Karriere als Finanzberater entschieden?
Ich habe an der Universität studiert. Ich hatte Lust, etwas zusätzlich zu tun, Erfahrungen zu sammeln, mein erstes Geld zu verdienen. Aber ich wollte auch Freiheit bei der Entscheidung über die Intensität meiner Arbeit und meine Freizeit. Deshalb zog es mich nicht so sehr in ein klassisches Unternehmen. Ich habe eher nach einem eigenen Business Ausschau gehalten. Aber damals traute ich mir das nicht zu. Und so fand ich schließlich in der Finanzberatung die ideale Lösung. Ein Bereich, der mir Spaß machte – und die Möglichkeit, die Intensität meiner Arbeit selbst zu bestimmen, schätzte ich damals und schätze ich noch heute. Ich bekam einen Karriereplan, also einen bewährten Geschäftsplan, und dazu viele praktische Erfahrungen in Schulungen. Das alles ergab mir Sinn.

Es gibt heute viele Akteure auf dem Markt, viele tschechische Unternehmen sind als Projekte von Finanzberatern entstanden, die sich selbstständig gemacht haben. Warum sind Sie Ihrem Unternehmen in Ihrer gesamten Karriere treu geblieben?
Ich habe 2003 angefangen und bis ich ein größeres Team aufgebaut und mich auf dem Markt umgesehen hatte, war es 2010. Viele Unternehmen entstanden noch vor diesem Datum, so dass ich nicht genau beurteilen kann, weshalb sie gegründet wurden. Ich hatte noch nicht genügend Selbstvertrauen, um mein eigenes Unternehmen zu gründen, oder es hat sich finanziell nicht gelohnt. Und zu einem anderen Unternehmen überzuwechseln, wollte ich nicht, weil mir, neben der eigentlichen Finanzberatung, auch gefallen hat, dass bei OVB viel Wert auf die persönliche Karriere
der Mitarbeiter gelegt wird. Ich mag diese Geschichten, wenn ein zwanzigjähriger, unerfahrener und oft etwas verängstigter Student ohne Erfahrung zu uns kommt und innerhalb von fünf bis zehn Jahren aus ihm eine selbstbewusste Person mit viel Erfahrung geworden ist, vielleicht schon in einer Führungsposition. Ich habe das selbst erlebt, und wir haben Dutzende solcher Geschichten in unserem Team. Kein anderes Unternehmen auf dem Markt legt darauf so viel Wert wie OVB.
Worin besteht der Unterschied zwischen der Finanzberatung in Deutschland und in Tschechien?
Den deutschen Markt kenne ich nur oberflächlich. Was ich aber sagen kann, ist, dass der tschechische Markt einer der wettbewerbsintensivsten in ganz Europa ist. In vielen Ländern, insbesondere westlich von uns, ist die klassische Beratung, wie wir sie hier heute kennen, bei weitem nicht so verbreitet und der externe Vertrieb hat nicht annähernd eine so starke Position. Die Produkte werden direkt von den Institutionen verkauft, die sie entwickeln, oder von Banken. In Deutschland gibt es aber viele Beratungsfirmen. Einige sehr erfolgreiche haben relativ einfache, geradlinige Geschäftsmodelle. In Tschechien haben wir durch den hochkompetitiven Markt, sowohl auf der Ebene der Produktentwickler als auch auf der Ebene der externen Vertriebsunternehmen, ein sehr hohes Dienstleistungsniveau erreicht.

Bei OVB war es aber nicht immer alles rosig. In Ihrem Buch beschreiben Sie auch eine Situation, in der eine der OVB-Direktionen einen Weg einschlug, der Ihnen nicht gefiel und der auch den Ruf des gesamten Unternehmens in der Tschechischen Republik schädigte…
Ja, das stimmt. Vor etwa zehn Jahren produzierte ein Team in der OVB Tschechische Republik einen erheblichen Teil der Produktion, dessen Arbeit mir nicht gefiel. Und nicht nur mir. Allerdings war unser Team damals noch nicht so groß und meine Stimme innerhalb des Unternehmens noch nicht so relevant, dass ich hätte etwas dagegen unternehmen können. Ich war damals neugierig, wie das Unternehmen mit dieser Situation umgehen würde. In meinem Buch habe ich mich diesem Thema in mehreren Kapiteln gewidmet. OVB trennte sich schließlich von den Chefs dieses Teams und das ganze Team löste sich auf. Für mich war gerade dieser Schritt entscheidend für die weitere Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Es folgten ein vorübergehender Umsatzverlust, aber gleichzeitig auch eine große Veränderung in der Einstellung und in der Unternehmenskultur. Letztlich galt auch hier: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. Nach und nach kehrte das gesamte Unternehmen wieder zu seinem Umsatz mit viel besseren Qualitätsindikatoren zurück, und unser Team hat heute einen wesentlich größeren Anteil daran.
OVB ist in 15 europäischen Ländern tätig. Wie inspirieren Sie die anderen Märkte, was können Sie heute noch im Ausland lernen?
Jedes Land ist anders, nicht alles ist übertragbar, aber es ist interessant zu beobachten, was wo diskutiert wird. Man kann meistens nicht sagen, wer vorn und wer hinten liegt. Jeder Markt ist anders und auch OVB ist in jedem Land auf einer anderen Entwicklungsstufe. Ich wage jedoch zu behaupten, dass OVB Tschechische Republik zu den führenden Unternehmen der gesamten Holding gehört. Nicht nur in Bezug auf den Umsatz, sondern auch in Bezug auf unsere Position in einem sehr beratungsintensiven Markt. OVB ist bereits seit den 1990er Jahren ein Unternehmen, das auf mehreren Märkten tätig ist. Aber erst 2017, mit dem Eintritt des neuen CEO Mario Freis, begann das Unternehmen, seine Größe systematisch zu nutzen. Ich selbst war Mitglied eines europäischen Teams, das bei der Definition einer europaweiten Strategie half. Das war eine interessante Erfahrung in einem internationalen Umfeld. Schon damals spürte ich, dass die Erfahrungen aus der Tschechischen Republik geschätzt wurden. Und seitdem hat sich unsere Position in der Holding durch weiteres Umsatzwachstum in der Tschechischen Republik noch verstärkt.



