Vierteljahrhundert-Bau

Das Projekt war ursprünglich ihre Doktorarbeit an der Tschechischen Technischen Hochschule in Prag. Letztendlich stellte sich aber heraus, dass seine tatsächliche Realisierung mehr als wünschenswert ist. Sein Hauptanliegen besteht nämlich in einer systematischen Dokumentierung des tschechischen Bauwesens und der Architektur im zurückliegenden Vierteljahrhundert, der Erfassung von allem, was seit Entstehung der neuen Tschechischen Republik errichtet, umgebaut oder saniert worden ist. Es geht um die Schaffung einer umfangreichen Datenbank dieser Objekte, die für weitere Auswertungen genutzt werden kann. Ein weiteres Ziel ist die Aufbesserung des unverdient negativen Medienbildes des Bauwesens in der tschechischen Öffentlichkeit.

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Text Barbora Vojtová

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Eine Stadt mit einem öffentlichen Raum riesigen Ausmaßes, den aber viele Menschen nicht zu schätzen wissen und der daher auch nicht genutzt wird, das ist Prag nach Ansicht von Adam Gebrian. Der Architekt, der sich mit der Lebensqualität in der Stadt befasst, sieht den Grund für diesen Zustand vor allem in der Wahrnehmung der Bewohner der tschechischen Metropole, die das urbane Umfeld meist eher als einen Raum für den Verkehr zwischen Arbeit und Wohnung betrachten und ihre Wochenenden lieber außerhalb der Stadt verbringen. In Prag besteht also kein Bedarf an einem hochwertigen öffentlichen Raum, wo man getrost den ganzen Tag verbringen könnte. Dabei sind nicht immer große Investitionen erforderlich, oft reicht schon ein Detail, sei es ein Trinkbrunnen, ein bequemer Durchgang oder ein Übergang über die Straße, um einen Ort angenehmer zu machen.

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