Architekt Adam Gebrian: Prag ist eine Stadt mit enorm großem Potenzial, das noch lange nicht ausgeschöpft ist

Eine Stadt mit einem öffentlichen Raum riesigen Ausmaßes, den aber viele Menschen nicht zu schätzen wissen und der daher auch nicht genutzt wird, das ist Prag nach Ansicht von Adam Gebrian. Der Architekt, der sich mit der Lebensqualität in der Stadt befasst, sieht den Grund für diesen Zustand vor allem in der Wahrnehmung der Bewohner der tschechischen Metropole, die das urbane Umfeld meist eher als einen Raum für den Verkehr zwischen Arbeit und Wohnung betrachten und ihre Wochenenden lieber außerhalb der Stadt verbringen. In Prag besteht also kein Bedarf an einem hochwertigen öffentlichen Raum, wo man getrost den ganzen Tag verbringen könnte. Dabei sind nicht immer große Investitionen erforderlich, oft reicht schon ein Detail, sei es ein Trinkbrunnen, ein bequemer Durchgang oder ein Übergang über die Straße, um einen Ort angenehmer zu machen.

Architekt Adam Gebrian Foto: Archiv von Adam Gebrian und Mall.tv

Was denken Sie über den öffentlichen Raum in Prag? Wie sieht er im Vergleich zu anderen Städten aus? 

Das Potenzial des öffentlichen Raums in Prag ist riesig und völlig ungenutzt. Prag ist eine großartige Stadt mit immensen Möglichkeiten, die Qualität des öffentlichen Raums auf einem hohen Level und in einem breiten Spektrum zu gestalten. Aber das Potenzial ist wirklich bedauernswert ungenutzt.

Tatsächlich nimmt ein großer Teil der Prager den öffentlichen Raum hier immer noch nur als Transitraum wahr, um von der Wohnung zur Arbeit, mit den Kindern zur Schule und ähnliches zu gelangen. Und diejenigen, die sich nicht nur von einem Ort zum anderen bewegen, sondern ihre Zeit in der Stadt verbringen, erscheinen ihnen eher verdächtig, wie irgendwelche Obdachlose. Das ist der Unterschied zu den Ländern, die ich mag und in denen der Aufenthalt im öffentlichen Raum als eine grundlegende Lebensqualität angesehen wird. 

Ich lebe deshalb in Prag, weil ich das Leben in der Stadt liebe. Ich bin gern in diesem Raum, und deshalb habe ich einige Ansprüche an ihn. Und diese Ansprüche sind für mich in Prag unerfüllt. 

Was ist der Grund dafür? Liegt es an der Stadtverwaltung oder an der Öffentlichkeit und der bereits erwähnten Wahrnehmung des Raums?

Dafür gibt es viele Gründe, aber der wichtigste historische Grund darin besteht, dass der öffentliche Raum keine Priorität hat. Außerdem ist bekannt, dass die öffentliche Sphäre Projekte nicht rasch umzusetzen vermag, was somit sehr viel Energie kostet. Wenn ein Projekt von einer öffentlichen Behörde realisiert wird, muss sie die Regeln aller anderen Behörden befolgen und gleichzeitig die Grundsätze bei der Vergabe öffentlicher Aufträge einhalten. Jeder x-Beliebige kann dann einen Einwand zum Projekt vorbringen, der das Projekt vielleicht nicht gänzlich verhindert, aber den gesamten Prozess unglaublich verzögert. Dies ist die Kehrseite der Demokratie. In der Tschechischen Republik müssen wir noch lernen, ein Ergebnis zu respektieren, das einem zwar nicht gefällt, aber alle Verfahren durchlaufen hat, regulär ausgeschrieben wurde, alle Genehmigungen erhalten hat und ordnungsgemäß ausgeführt wurde. 

Der zweite Grund ist die Einstellung der Menschen. Bis heute höre ich unter meinen Zeitgenossen den Satz “übers Wochenende verschwinde ich aus der Stadt”. Seit vielen Jahrzehnten sind die Menschen daran gewöhnt, ihre Freizeit in Wochenendhäusern, in Gebirgshütten, auf Ausflügen zu verbringen. Mit anderen Worten, dann, wenn sie genug Zeit haben, um in der Stadt spazieren zu gehen und Ansprüche an die Stadt zu stellen, sind sie nicht da. Logischerweise dauert es dann länger, bis sie merken, dass die Stadt eigentlich in einem schlechten Zustand ist. 

Das ist ein Teufelskreis, wo keine Nachfrage herrscht, gibt es auch kein Angebot und umgekehrt. Die Stadt kann einerseits also argumentieren, weshalb sie Gelder in Stadtplätze und andere öffentliche Räume investieren solle, wenn die Menschen dort keine Zeit verbringen. Andererseits sind diese Orte dann logischerweise vernachlässigt und die Menschen verbringen dort wirklich keine Zeit. 

Bänke im Schatten ausgewachsener Bäume sind in Prag eher selten Foto: Archiv von Adam Gebrian

In welchen Ländern wird der öffentliche Raum stärker wahrgenommen und weshalb? 

In der Regel sind Menschen dort, wo man Wein trinkt, im Freien und wo man Bier trinkt, eher drinnen. Ein Schlüsselland, das mit diesem Konzept bricht, ist Dänemark und insbesondere Kopenhagen. Die Menschen dort haben sich daran gewöhnt, im öffentlichen Raum zu fungieren, unter anderem deshalb, weil dort der weltberühmte Architekt Jan Gehl tätig ist. In den 1960er Jahren ging er mit seiner Frau, einer Anthropologin, nach Italien, wo sie ein Jahr lang das Leben im öffentlichen Raum studierten. Nach ihrer Rückkehr schrieb er 1971 das Buch mit dem Titel Leben zwischen Gebäuden, in dem er die Erkenntnisse aus Italien auf das dänische Milieu projizierte, sei es, wie sich die Menschen gemeinsam unterhalten, wie weit sie voneinander entfernt sein sollten, mit welcher Geschwindigkeit sie sich bewegen sollten etc. Er begann, an der Veränderung der Wahrnehmung des öffentlichen Raums in Dänemark zu arbeiten, und in den letzten fünfzig Jahren hat sich die Stadt wirklich markant verändert, was das Leben auf den Straßen anbelangt. Die Menschen sind trotz schlechten Wetters im Freien und sitzen in Decken gehüllt an wärmenden Brennern, sogar auch wenn es friert und ein kalter Wind weht. Das Leben in Kopenhagen kann so funktionieren, weil das Umfeld bereits auf das Leben im öffentlichen Raum eingestellt ist.

Ein weiteres Beispiel sind Spanien und Portugal, wo meine Familie und ich kürzlich einige Monate wohnten. In Lissabon haben mein Sohn und ich viel Zeit auf einem kleinen Stadtplatz in einem Wohngebiet verbracht, der auf den ersten Blick visuell nicht sonderlich interessant aussieht. Im Grunde handelt es sich um einen Kreisverkehr, der in der Mitte gepflastert ist, es stehen dort hohe Bäume, man kann sich hinsetzen, und es gibt Kartentische. Ein Stückchen weiter kann man etwas trinken, auf die Toilette gehen, und noch ein Stückchen weiter befinden sich Geschäfte mit Waren aller Art. Man kann sich dort auch vor dem Regen schützen und in der Nähe essen gehen. Relativ einfach kann man in diesem Raum 24 Stunden täglich verbringen, ohne einen Grund zu haben, ihn zu verlassen. 

Leider werden die meisten öffentlichen Räume in Prag dieser Anforderung nicht gerecht. Oft sind diese Orte zwar schön anzusehen, aber sobald man sie betritt und dort mehr Zeit verbringen möchte, treten diverse Unzulänglichkeiten zutage. Sei es das Fehlen von schattigen Plätzen oder von Sitzgelegenheiten, oft gibt es keine Toiletten, keine Möglichkeiten, etwas zu trinken… Selten ist in Prags öffentlichen Räumen alles beisammen. Diese Räume sind in einer Art und Weise gestaltet, die nicht damit rechnet, dass sich die Menschen dort lange aufhalten werden.

Welches Umfeld ist Ihrer Meinung nach am besten zum Wohnen geeignet? 

Ich mag Stadtteile, die gemischt sind und nicht monofunktional. Ich denke, es ist normal, im Haus ein öffentlich zugängliches Erdgeschoss zu haben, im Untergeschoss eine Kneipe, ein oder zwei Stockwerke darüber Büroräume, oben dann drei Stockwerke mit Wohnungen und im Innenhof zum Beispiel eine Werkstatt, in der Kleidung ausgebessert wird. Somit sind Dienstleistungen ganz in der Nähe, man muss nur ein paar Schritte gehen und kann essen und trinken, sich unterhalten oder sportlich betätigen. Alles lässt sich zu Fuß erreichen, in Fachkreisen spricht man von einer Stadt der kurzen Wege. Man braucht keinen komplizierten Verkehr, außer Gehwege, um all das zu erledigen, was notwendig ist. 

Gibt es überhaupt ein Prager Stadtviertel, das diesen Anforderungen genügt? 

Ideal ist keines, aber die Stadtviertel Újezd und Malá Strana, wo ich wohne, funktionieren bereits so, abgesehen von kleineren Problemen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die meisten der von mir genannten Dinge dort zu Fuß erreichbar. Malá Strana ist bis zu einem gewissen Grad zwar vom Tourismus geprägt, aber wenn man sich dort erst einmal zurechtgefunden hat, findet man alles, was man braucht. 

Damit ein Stadtviertel auf diese Weise funktionieren kann, muss es bestimmte Parameter erfüllen. Zum Beispiel die Bevölkerungsdichte, das Verhältnis zwischen bebauten und unbebauten Flächen, zwischen öffentlichem und privatem Raum sowie zwischen der Anzahl der Menschen, die dort leben, und denen, die ihn nur passieren. Erst wenn diese quantitativen Parameter erfüllt sind, kann (muss aber nicht) auch der qualitative entstehen und auf einmal beginnen sich die Menschen dort wohl zu fühlen. 

Žižkov und die Gegend um die Straße Koněvova haben zum Beispiel die Chance, ein solches angenehmes Viertel zu werden, bleibt die Frage, ob sie die erforderlichen Parameter auch erfüllen können. Manchmal hinken die visuellen Parameter dem realen Leben hinterher. Für mich ist die Optik zwar wichtig, aber noch wichtiger ist, wie intakt das Umfeld ist. 

Derzeit entstehen neue Stadtteile, zum Beispiel in Smíchov oder auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Žižkov. Kann eine solche neu entstandene Bebauung eine vollwertige Stadt sein? 

Nach 1990 kenne ich kein gutes Prager Stadtteil. Wenn wir uns die historische Bebauung beispielsweise von Vinohrady ansehen, stellen wir fest, dass dort zwar ein großer Plan für das gesamte Viertel existierte, dessen Grundeinheit aber nicht der ganze Komplex, sondern das einzelne Haus war. Jedes Gebäude hatte also einen anderen Eigentümer, einen anderen Bauherrn, und die Grundstücksgliederung war viel feiner. Das Problem der heute entstehenden Stadtviertel besteht also darin, dass es große Komplexe gibt, die nur einen Eigentümer haben. Wenn zwanzig Häuser wie separate Einheiten aussehen, aber in Wirklichkeit funktionell eigentlich ein Haus sind, erhält das Gebiet einen Maßstab, den es dort nie gab.

Es macht auch einen großen Unterschied, ob man für sich selbst oder als Firma für den Verkauf baut. Ein solcher Investor denkt nicht an die Zukunft, an die Nutzung der Gebäude in, sagen wir, zehn Jahren. Wie es weiter geht, ist ihm eigentlich egal. Unter diesen Umständen kann nicht erwartet werden, dass die Bebauung gleicher Qualität wie die ursprüngliche ist. Aber ich würde mir sehr wünschen, dass die neu entstehenden Stadtteile gut ausfallen, dass die Menschen gut in ihnen leben und sie mit der Zeit zu vollwertigen Teilen Prags werden.

Wie sollten Ihrer Meinung nach der Prager Kai, die Inseln und der Bereich der Moldau gestaltet werden?

Heute gibt es viele öffentlich nicht zugängliche Plätze am Fluss, sei es auf der Kampa, an den Schleusen, an der Nordspitze der Kinderinsel mit der Moldau-Statue und viele andere. Der herausragende Architekt Vlado Milunić, Autor des Tanzenden Hauses, hat einmal ein interessantes Projekt mit Fußgängerbrücken entworfen, die alle Inseln im Zentrum miteinander verbinden sollten. Es stellte sich heraus, dass dies möglich wäre, die Entfernungen sind nicht groß und auch für den Schiffsverkehr wäre das kein Problem. Auf einmal würde eine riesige Grünfläche entstehen, auf der man sich abseits des Autoverkehrs zu Fuß bewegen könnte. Leider wurde dieses Projekt nie verwirklicht. 

Es gibt viele solcher Bereiche, die potenziell zugänglich sein könnten, es aber nicht sind. Das ist meine Lieblingsdefinition von Prag, die Hälfte der Plätze ist geschlossen und in der anderen Hälfte drängen sich die Menschen und schimpfen, sie hätten nicht genug Platz (wie es beispielsweise an den Uferbefestigungen der Fall ist). Prag ist dünn besiedelt und bietet sehr viel Platz. Es gibt sogar so viel, dass wir uns nicht um ihn kümmern können und er deshalb vernachlässigt wird. In Prag werden öffentliche Räume regelrecht verschwendet.

Adam Gebrian in der Herz-Jesu-Kirche in Vinohrady, Prag, einem Werk des slowenischen Architekten Josip Plečnik Foto: Mall.tv

Wie beurteilen Sie den öffentlichen Nahverkehr in Prag, was ist gut und was fehlt hingegen (was man anderswo zum Beispiel hat)? 

Ein entwickeltes Land zeichnet sich nicht dadurch aus, dass die Armen in ihm mit dem Auto fahren, sondern die Reichen öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Prag kostenlos sind, entweder für alle oder zumindest für die Prager, die kein Auto haben oder es nicht im öffentlichen Raum parken wollen. Andererseits würde ich das Parken in der Innenstadt erheblich verteuern, da dies auch eine Form des Verkehrs ist, der sogenannte ruhende Verkehr. Der ehemalige Bürgermeister von Bogotá, Enrique Peñalosa, sagte: Ein grundlegendes Menschenrecht ist nicht das Recht, in Sichtweite der Wohnung zu parken, sondern das Recht auf frische Luft. 

In Prag funktionieren die öffentlichen Verkehrsmittel hervorragend, bis zu dem Moment, wo man von einem Verkehrsmittel auf ein anderes umsteigen möchte. Züge sind beispielsweise ein integrierter Bestandteil des Prager Verkehrssystems, und sie funktionieren perfekt, bis man auf eine Straßenbahn oder U-Bahn umsteigen möchte. Allein der Weg vom Hauptbahnhof zur nächstgelegenen Straßenbahn ist ein Problem, dabei könnte sie durch den vor ihm liegenden Park fahren und nur wenige Meter vor dem Bahnhofsgebäude halten. Es gibt dort zwar eine U-Bahn-Station, die jedoch keine Umsteigestation ist. Dabei erreichen Sie, wenn Sie am ersten Bahnsteig aussteigen und bis zum Ende des Zuges in Richtung Museum gehen, die Mündung des Vinohradský-Tunnels, von wo aus es nur noch etwa 50 Meter bis zur Umsteigestation der U-Bahn sind. Nur fehlt dort ein Loch in der Wand und dann würde ein kurzer Fußgängertunnel genügen. Es gibt Tausende solcher kleinen Verbesserungen, die in Prag vorgenommen werden können. Wenn wir zum Beispiel über die Verbindung zum Flughafen sprechen, frage ich mich, warum dorthin nicht einfach eine Straßenbahn fahren kann, wenn dafür nur etwa 1,5 Kilometer Gleise erforderlich sind. 

Ich mag den Marketingexperten Rory Sutherland, der sagt, dass jede Organisation ein Ministerium für Details haben sollte, das zwei Kriterien erfüllen müsste: es müsste weitgreifende Kompetenzen haben und über ein geringes Budget verfügen. Es muss um Dinge gehen, die schnell und für wenig Geld bewerkstelligt werden können. Veränderungen müssen immer in kleinen Schritten erfolgen, damit sich die Menschen an sie gewöhnen und dann von selbst noch etwas Besseres verlangen. Aber am Anfang muss immer gesellschaftlicher Konsens darüber herrschen, dass wir wirklich einen öffentlichen Raum wollen, in dem wir gut leben können.

Was hat Sie in letzter Zeit in der Prager Architektur aufgebracht und was hat Sie dagegen erfreut?

Beginnen wir mit den Details. An mehreren Orten sind Fußgängerübergänge entstanden, dank derer die Menschen nicht mehr unterhalb der Erde gehen müssen. Die neu gestrichenen Übergänge fielen mir erstmals am Karlsplatz an der Ecke mit der Straße Resslova auf. Ich denke, dass niemandem, der sich dort umschaut, einfällt, dass sie noch vor relativ kurzer Zeit nicht dort waren. Das Gleiche gilt für den Jiří z Poděbrad-Stadtplatz über die Straße Vinohradská, beim Museum über die Magistrale. Ein Mensch, der sich zu Fuß in der Stadt bewegt, ist die geringste Belastung für alle anderen, und deshalb sollte die Stadt so angepasst werden, dass sie für ihn so bequem wie möglich ist. Dieses Gefühl hatte ich in Prag schon lange nicht mehr, aber die Fußgängerüberwege tragen merklich dazu bei.

Aus architektonischer Sicht schätze ich die Arbeit, die Petr Janda für die Uferbefestigungen geleistet hat. Es geht nicht nur um die beeindruckenden Glaslinsen, sondern auch um die Infrastruktur: in die Zellen wurden Wasser, Strom und Toiletten installiert. Das sind genau die ungenutzten Flächen in der Stadt, über die wir gesprochen haben. Wenn die Infrastruktur vorhanden ist, wird ihre Nutzbarkeit auf einmal viel größer. Natürlich ist dies ein Anfang, und es ist fraglich, ob derartige Verbesserungen auch auf andere Uferbefestigungen ausgedehnt werden, ich denke schon. Auf jeden Fall ist das ein Beweis dafür, dass es oft genügt, an einem Ort die notwendige Infrastruktur zu schaffen, und schon kann er viel besser genutzt werden. 

Grundsätzlich freut es mich, dass in den letzten zehn Jahren in Prag und in ganz Tschechien immer mehr Architekturwettbewerbe durchgeführt werden, um anhand konkreter Entwürfe mit Hilfe einer Jury den besten Architekten auszuwählen. Viele Jahre lang basierte die Auswahl auf quantitativen Kriterien (Preis, Frist, Erfahrung des Auftragnehmers), wobei der Lösungsentwurf, der zum Zeitpunkt des Auswahlverfahrens noch gar nicht existierte, in keiner Weise berücksichtigt wurde. In der Ausschreibung ging es nur darum, für wieviel, wann und von wem der Auftrag ausgeführt werden sollte, es wurde aber nicht gesagt, was das werden würde. Wenn ich könnte, würde ich jeden unterstützen, der sich in Form eines Architekturwettbewerbs bemüht, Entwürfe für neue Gebäude auszuwählen. Diese Leute haben ihr Bestes gegeben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen, und ich respektiere dann dieses Ergebnis, ob es mir persönlich nun mehr oder weniger gefällt. 

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