Manifesto Market in Berlin

Der Potsdamer Platz, der auf den Fundamenten der ehemaligen Berliner Mauer errichtet wurde, ist einer der interessantesten Touristenorte in Berlin. Seit dem 25. Januar gibt es hier eine neue Attraktion: In der Mitte des Platzes hat seine Pforten Manifesto Market geöffnet. Mit insgesamt 22 Restaurants und 4 Bars präsentiert es sich nach Angaben des Betreibers als größtes Food-Hub in Europa.

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800 Restaurantanfragen

Manifesto Market bietet eine große Auswahl an internationalen Gerichten: vom “Burger Turm Berlin” über “Daruma Ramen”, “Mao Style Hotpot” bis hin zu “Apló Greek Kitchen” oder “Enzo Sushi Bar”.  Mehr als 800 Bewerber hatten sich um die 22 Restaurant-Plätze beworben, und die Gewinner mussten sich in einem mehrmonatigen Auswahlverfahren gegen ihre Mitbewerber durchsetzen.

“Mein Hauptziel ist es, einen Ort zu schaffen, den die Berliner lieben und als Treffpunkt wählen, an dem sie loslassen, lachen und einfach sie selbst sein können. Eine multikulturelle Kreuzung von Geschmäckern, von Menschen, von verschiedenen Sprachen, die in der Küche und am Tisch gesprochen werden. All dies kombiniert mit fantastischem Essen, Musik und interessanten Veranstaltungen schafft Momente”, sagt Martin Barry, Gründer und CEO von Manifesto.

Manifesto als Retter? 

Ob der Betreiber dieses Ziel erreichen wird, bleibt fraglich. Die Berliner an die neuen HotSpots zu bekommen ist einfach, die ersten Wochen brennen ihre Herzen immer für die neuen Tipps. Doch ihre Aufmerksamkeit zu erhalten, ist manchmal eine übermenschliche Aufgabe. Das können die 9.800 Gastronomen der Metropole bestätigen, von denen täglich Dutzende neue Geschäfte eröffnen …. und gleichzeitig schließen. Das gilt auch für den Potsdamer Platz und vor allem für die ehemaligen Arkaden – wo heute Manifesto steht –  die die Berliner bis zum Schluss nicht in ihr Herz geschlossen haben.

Dabei war der Anfang so vielversprechend. Als der wiederauferstandene Potsdamer Platz am 2. Oktober 1998 nach fünfjähriger Bauzeit eröffnet wurde, kamen die VIPs und unglaubliche 1.000 Journalisten aus aller Welt, um das Versprechen einer strahlenden Zukunft für die in Beton gehüllte Neu-Stadt zu begrüßen.

Martin Barry, Gründer von Manifesto in Prag und Berlin. Foto: Danuše Siering

Der Mittelpunkt dieses neuen Gebäudekomplexes, der die Massen anziehen sollte, waren damals die Arkaden. Ihre legendäre Lage machte sie zu etwas Besonderem, aber der erwartete Glamour kam nie so recht auf. Die Arkaden wurden zu einem bescheidenen Luxus für die Massen und spielten im Vokabular des traditionellen Berliners eine unbedeutende Rolle. Es dauerte nicht lange, bis die Mieter begannen sich die Klinken weiterzureichen.

Als 2014 das neue Einkaufszentrum Mall of Berlin um die Ecke eröffnete, zog sie auch die letzten Kunden in ihren Bann. Eine radikale Lösung war erforderlich. Ein kanadischer Investor riss die Arkaden 2020 ab und baute es komplett neu. 

Ob Manifesto, dieses ehrgeizige, in Prag bereits ausprobierte Projekt, auch die Liebe der Berliner erobern wird, ist die grosse Frage.

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