Signal V: Die Gegenwartskunst kennt keine Grenzen

Objekte und Installationen von sechs zeitgenössischen tschechischen Künstlerpersönlichkeiten brechen in der Telegraph Gallery mit den Klischees des Sammlerwesens.

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Das multifunktionale Coworking-Zentrum Telegraph liegt in Sichtweite des Hauptbahnhofs von Olomouc (Olmütz), sodass es auch diejenigen finden, die es zum ersten Mal besuchen. Neben einem gehobenen Restaurant, einem Kino und einer Künstlerresidenz beherbergt es die gleichnamige Galerie. Diese sendet in diesem Jahr bereits zum fünften Mal ihr Signal.

Hinter der Telegraph Gallery steht der Sammler zeitgenössischer Kunst Robert Runták, der seine Sammlung mit mehr als dreitausend Exponaten bereits seit fünf Jahren im Rahmen der Ausstellungsreihe Signal der Öffentlichkeit eröffnet. Die diesjährige Ausgabe konzentriert sich auf monumentale Werke und beweist, dass auch diese ihren Platz im privaten Raum finden können.

Die helle Galerie im Erdgeschoss einer ehemaligen Fabrik in Olomouc, in der seit 1908 Bauteile für Telefone und Telegrafen hergestellt wurden, ist seit einigen Jahren von Kunst erfüllt. In diesem Jahr ist sie ungewöhnlich. Denn sie präsentiert monumentale Schlüsselwerke der Künstlergeneration nach 1989, zu deren Vertretern Krištof Kintera, Roman Ondak, David Možný, Jiří Příhoda, Milena Dopitová und Anna Hulačová gehören.

Die großformatigen Objekte, die in das industrielle Umfeld der Telegraph Gallery eingebettet sind, sprengen nach Angaben der Ausstellungskuratoren bewusst den ursprünglichen Rahmen, wodurch neue räumliche Beziehungen entstehen.

Milena Dopitová, “Four Helmets”

„Die Ausstellungsreihe Signál V präsentiert seit Langem kuratorische Auswahl, die zeigen soll, dass zeitgenössische Kunst keine Grenzen kennt und der Betrachter keine Angst vor irgendwelchen Ausdrucksformen haben sollte. Im Rahmen der fünften Signal-Ausgabe nehmen wir monumentale Installationen bewusst aus ihrem ursprünglichen, oft kühlen musealen Umfeld heraus und übertragen sie in den intimeren, unmittelbareren Kontext der Telegraph Gallery. Hier treffen Künstler verschiedener Generationen und formaler Ansätze aufeinander, die jedoch durch eine tiefere innere philosophische Struktur verbunden sind. Der Betrachter befindet sich in unmittelbarer Nähe der Werke, was es ihm ermöglicht, bekannte Objekte in völlig neuen räumlichen Beziehungen und Blickwinkeln wahrzunehmen. Die gesamte Exposition bietet somit ein intensives, ja fast körperliches Erlebnis, das in dieser privaten Umgebung dazu zwingt, festgefahrene Stereotypen über den Maßstab und die Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst und des Sammelns zu überdenken“, fasst der Ausstellungskurator Jan Kudrna zusammen.

Über Roman Ondak, Anna Hulačová und weitere zeitgenössische tschechische Künstlerinnen und Künstler wie Eva Koťátková, Klára Hosnedlová oder Klára Kristalová, die auch im Ausland Beachtung finden, lesen Sie in einem Beitrag von Marcela von Kayser auf den Seiten von Magic Mag from Prague, der im Oktober 2026 erscheint.

Anna Hulačová, “Breakfast with a teenager”