Abenteuer in der Bibliothek von Michael Krüger

Das Treffen mit Michael Krüger, einem herausragenden Kenner der tschechischen Literatur in Deutschland, fasziniert jeden – selbst jene, die seit vielen Jahren kein Buch mehr in der Hand gehalten haben. Schon der Besuch beim Schriftsteller und Verleger in seiner Wohnung im Zentrum West-Berlins ist ein Erlebnis. Bevor wir uns an den Tisch setzten, bahnte ich mir meinen Weg durch Stapel von Büchern, Zeitungsausschnitten und unfertigen Artikeln. Ich hatte das Gefühl, dass die Wohnung buchstäblich von Büchern umgeben war, die so schienen, als wollten sie ihre Geschichten selbst erzählen. Doch das war erst der Anfang dieses literarischen Abenteuers.

🇨🇿 Tento článek si můžete přečíst i v češtině: Dobrodružství v knihovně Michaela Krügera

Ich wollte ihn darum bitten, das Vorwort zu unserem Buch Buch über Bücher zu schreiben, das für deutschsprachige Leser*innen bestimmt ist. Als er die Buchproben durchblätterte, nickte er kenntnisreich und noch bevor ich meine Frage beendet hatte, erklärte er sich bereit, das Vorwort zu übernehmen.

Dann begann er, Namen tschechischer Schriftsteller aufzuzählen – nicht nur jener, deren Werke er veröffentlicht hatte, sondern auch jener, die er persönlich kannte. Er zeigte mir Briefe, die sie ausgetauscht hatten, und unzählige Widmungen. Einen besseren Kenner der tschechischen Literatur in Deutschland zu finden, scheint nahezu unmöglich. Als langjähriger Leiter des Hanser Verlags war er an der Veröffentlichung nahezu aller bedeutenden tschechischen Autoren beteiligt, deren Ruhm weit über die Grenzen Deutschlands hinausreichte. Umso mehr freute mich seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Mein Abenteuer mit der tschechischen Literatur

Und so fängt heute das Vorwort im Buch an: „Manchmal reicht ein einziges politisches Datum aus, um eine ganze Literatur in den Fokus zu rücken. Als ich in den 1960er-Jahren in Berlin aufwuchs, sprach niemand über tschechische Schriftsteller – mit einer Ausnahme: der Roman Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk im Weltkrieg von Jaroslav Hašek stand in den „besseren“ Bibliotheken. Dieser wunderbare anarchistische Autor (und großer Trinker) war eine große Ausnahme. Der Rest bestand aus Kafka, der die Türen zu einem geheimnisvollen Prag und zur Welt des Golem öffnete, als 1963 die berühmte Kafkakonferenz auf Schloss Liblice stattfand…“

Dieser faszinierende Einblick in die tschechische Literaturwelt lädt dazu ein, weiter zu entdecken: Link zur Vorbestellung.