Berliner Tschechin im Jazz-New York

Die Jazzsängerin Martina Barta auf der Achse Prag – Berlin – New York

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Martina Barta, tschechische Jazzsängerin, lebt ein kosmopolitisches Leben. Mit Wohnsitz in Berlin, wo sie Jazzgesang und Hornspiel studierte, hält sie sich nun wiederum in New York auf, wo sie an der renommierten Manhattan School of Music ihr Masterstudium absolviert. Das anspruchsvolle Studium konnte sie auch dank des aus Deutschland erworbenen Stipendiums antreten.

Martina, an einer Universität zu studieren, die in ihrem Fachgebiet zu den besten der Welt gehört, ist etwas, das nur sehr wenigen Menschen gelingt. Wie war das für Sie? 

Natürlich war ich überglücklich. Ich wurde bereits im Frühjahr 2019 angenommen, musste das Studium aber aus finanziellen Gründen verschieben. Ein akademisches Jahr kostet bis zu 70 000 USD, und ohne ein Stipendium ist das im Grunde nicht machbar. Die Universität bot mir ein recht großzügiges Begabten­stipendium an, wegen der Coronavirus-Pandemie habe ich dieses Angebot jedoch ausgeschlagen und abgewartet, bis sich die gesamte Lage bessert. Ich habe mich also zweimal um das Studium beworben. Im Frühjahr 2021 wurde ich erneut angenommen und erhielt zusätzlich noch ein sehr renommiertes Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), ohne das ich mein Studium nicht hätte beginnen können.   

Heute wohnen Sie im 17. Stock mit Blick auf den Times Square und die Riverside Church, Sie treten auf Konzerten auf, mitsamt in der berühmten Carnegie Hall. Ist die Realität so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Ich gebe zu, dass ich ein wenig schockiert war, als ich im September 2021 nach einer zweijährigen Pause in New York ankam. New York hatte sich während der Pandemie relativ stark verändert. Viele Menschen haben die Stadt während der Pandemie verlassen. In der Stadt war die Zahl psychisch kranker und obdachloser Menschen leider sehr gestiegen. Das ist eines der Dinge, die mir in NYC das Herz zerreißen. Ich bin so etwas nicht gewohnt und frage mich ehrlich gesagt, weshalb sich niemand um diese Menschen kümmert. Andererseits ist New York eine absolut weltoffene Stadt, und nicht selten hat man das Glück, bei einer zufälligen Begegnung oder einem spontanen Gespräch auf der Straße auf jemanden zu stoßen, der sich für Ihre beruflichen Qualitäten interessiert, mit Ihnen Zusammenarbeit anknüpft und Sie vielleicht weiterbringt. So gesehen ist New York wirklich ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten. Sie müssen jedoch immer wachsam und vorbereitet sein. Ich bin wirklich dankbar für die Gelegenheit, fast zwei Jahre in dieser Stadt verbringen zu können. 

Sie kamen in einer Zeit nach NYC, als die Pandemie in vollem Gange war. Und doch hatten Sie von Anfang an die Möglichkeit, auf Prestigekonzerten aufzutreten. Die erste helfende Hand kam von der tschechischen Seite…

Das ist wahr. Die tschechische Gemeinschaft hat mich in New York sehr freundlich aufgenommen. Ich habe hier meine kleine „tschechische Familie“, die aus dem Direktor des Tschechischen Zentrums in New York Miroslav Konvalina und dem derzeitigen Generalkonsul der Tschechischen Republik Arnost Kareš und seiner Frau Jitka besteht. Noch bevor ich nach New York zog, hat mich der ehemalige Direktor des Tschechischen Zentrums in Berlin, Tomáš Sacher, mit Miroslav Konvalina bekannt gemacht. Gleich von meinem ersten Tag in New York an hatte ich die Gelegenheit, an Veranstaltungen teilzunehmen, die vom Tschechischen Zentrum oder dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in New York organisiert wurden. In dieser Hinsicht hatte ich wirklich Glück. Das tschechische Nationalgebäude in NYC, die Bohemian National Hall, ist hier quasi mein zweites Zuhause, und ich weiß, dass ich mich mit Problemen an sie wenden kann.

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