archiv
Přečtěte si

Petra Ernstberger: Ich würde mir wünschen, dass in der Visegrad-Gruppe gerade die Tschechen das Vorbild für Demokratie sind.

Es gibt viele Dinge, die getan werden können, um die schwer geprüfte Demokratie in Europa zu fördern. Die tschechische Regierung hätte sich stärker gegen die Erosion der Demokratie in Polen und Ungarn definieren können. Die Tschechen und Deutschen sollten dann ihre Zivilgesellschaften miteinander verbinden und mehr über ihre gemeinsame Vergangenheit sprechen und sich für ein landesweites Bewusstsein für Ungerechtigkeit einsetzen. Der Schlüssel dazu sind gegenseitige Sprachkenntnisse, die deshalb gefördert werden müssen, meint die Geschäftsführerin des Tschechisch-Deutschen Zukunftsfonds Petra Ernstberger.
Přečtěte si

Martin Nekola: Flüchtling ist in unserem Land ein Schimpfwort, dabei sind die Tschechen überall verstreut

Das Wort “Flüchtling”, “Migrant”, “Einwanderer” ist im allgemeinen Bewusstsein in Tschechien mit pejorativen Assoziationen verbunden – ja es ist fast ein Schimpfwort. Der Politikwissenschaftler und Historiker Martin Nekola weist in diesem Kontext darauf hin, dass in bestimmten Momenten in der Vergangenheit auch die Tschechen die Republik verlassen und sich ins Ungewisse begeben mussten, wo sie in Flüchtlingslagern unterkamen, und er erinnert daran, dass auch sie jenseits der Grenzen oft unerwünscht waren. “Es ist eine nicht endende Geschichte. Die Tschechen waren überall verstreut, so dass ich für immer Bücher und Artikel schreiben und in Archiven recherchieren kann”, konstatierte Nekola, der im September in Amerika war, dort zwanzig Städte besuchte, Vorträge hielt und Landsleute traf, im Interview für N&N.
Přečtěte si

Wie man ein Genie verjüngt

Marek Tichý, ein führender Prager Architekt, sprach mit seinem deutschen Kollegen Martin Reichert vom berühmten Büro David Chipperfield Architects über die Renovierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin.
Přečtěte si

Štěpán Altrichter: Tschechen improvisieren besser, Deutsche organisieren

Der Drehbuchautor und Regisseur Štěpán Altrichter (1981) lebt seit seinem zwölften Lebensjahr abwechselnd in der Tschechischen Republik und in Deutschland. Sein Debüt gab er mit Schmitke (2014), einer absurden Tragikomödie aus dem Erzgebirge, einer tschechisch-deutschen Koproduktion. Der Film wurde für neun Tschechische Löwen nominiert, von denen er zwei gewann, sowie für drei Preise der tschechischen Filmkritik. Auch sein nächster Film, Národní třída (Nationalstraße), ein schwarzhumoriges Drama nach dem Buch von Jaroslav Rudiš mit Hynek Čermák in der Hauptrolle, erhielt ebenfalls drei Nominierungen für den Tschechischen Löwen. In einem Interview mit N&N beschreibt er die Unterschiede in der Herangehensweise an den Film und das Filmemachen in der Tschechischen Republik und in Deutschland und offenbart, was er erlebte, als er an einer deutschen Schule in eine Mädchenklasse versetzt wurde, obwohl er überhaupt kein Deutsch sprach.